
Einfach so oder weil wir es müssen? Umfrage zeigt die Top-Geschenke-Trends in Deutschland
Viele von uns zeigen ihren Lieblingsmenschen mit Geschenken, dass sie da sind. Ob zum Geburtstag, zur Hochzeit oder zu Weihnachten. Zum Einzug, zur Geburt oder zum neuen Job. Oder einfach, als Dankeschön für zuverlässige Freund:innen. Ein mit Bedacht gewähltes Geschenk zeigt, dass du an sie denkst.
Und das positive Gefühl entsteht auch beim Verschenken. Forscher*innen fanden in einer Studie heraus, dass großzügiges Verhalten und Glücksgefühle in unserem Gehirn miteinander verknüpft sind. „(Das Gefühl) bezeichnet man im auch als ‚warm-glow‘, was im Deutschen mit ‚wohligem Gefühl‘ übersetzt werden kann“, so die Erstautorin der Studie Prof. Dr. Soyoung Park. Wir finden, Schenken ist also eine Win-win-Geste für alle.
Das Wohlgefühl ist also erforscht und belegbar. Doch was fühlen und nach welchen Kriterien entscheiden wir sonst noch beim Schenken bzw. beschenkt werden? Kaufen wir Geschenke einfach so oder weil wir uns verpflichtet fühlen? Wer gibt mehr für Geschenke aus: Männer oder Frauen? Und geben die Deutschen zu, wenn ihnen Geschenke nicht gefallen? Welche Bundesländer shoppen gerne nach Schnäppchen? Und gratulieren wir lieber mit Pralinen oder einem alkoholhaltigen Geschenk?
Wir haben 500 Personen in Deutschland befragt, um die neuesten Geschenke-Trends zu erfahren. Spoiler: Es sieht so aus, als würden wir den Geschenkeprozess alle sehr unterschiedlich angehen.
Aufmerksam, dankbar oder pflichtbewusst? Darum schenken die Deutschen
Wir überraschen gerne: 61,95 % der Befragten gaben an, gerne zu schenken, um „zu überraschen”.
Wir zeigen unsere Fürsorge: 51,01 % der Männer und 43,53 % der Frauen zeigen mit Geschenken, dass sie da sind.
Wir zeigen Dankbarkeit: 47,21 % senden Geschenke als Dankeschön. Deutschlandweit ist Mecklenburg-Vorpommern mit 71,43 % aus Dankbarkeit ganz besonders großzügig. Frauen schenken mit 31,76 % eher, um „Beziehungen aufzubauen” als Männer (27,13 %). 43,03 % der Befragten finden dabei die Geste wichtiger als den Preis.
Schleswig-Holstein und Hamburg zeigen besonders gerne Fürsorge: Mit 38,71 % zeigen diese Bundesländer, dass sie für andere Menschen da sind, indem sie Geschenke versenden.
Partner:innen bekommen am meisten: Deutsche kaufen ihren Partner:innen im Schnitt teurere Geschenke als ihren Eltern.
Manche schenken aus Pflichtbewusstsein, aber nicht viele: Nur 14,94 % schenken, weil sie das Gefühl haben, dass es erwartet wird.
Und beim Erhalt der Geschenke? Sind wir froh, dankbar … oder finden wir es peinlich?
Die meisten von uns werden gerne beschenkt: Wir sind „fröhlich” (62,35 %), sind „dankbar” (51,59 %) oder „fühlen uns geliebt” (46,61 %). In Brandenburg ist die Dankbarkeit beim Erhalt von Geschenken mit 77,78 % besonders stark ausgeprägt.
Frauen sind besonders froh: 66,27 % der Frauen sind „fröhlich”, wenn sie ein Geschenk bekommen (vs. 58,30 % der Männer).
Lieber höflich als ehrlich sind besonders die Frauen: 23,14 % der Frauen haben schon einmal vorgegeben, ein Geschenk zu mögen. Bei den Männer waren es nur 20,24 %.
Männer sind stolzer: 15,79 % sagen, sie sind stolz, wenn sie beschenkt werden (vs. 10,98 % der Frauen.
Wir fühlen uns verbunden: In Schleswig-Holstein und Hamburg ist das Gefühl der Verbundenheit beim Geschenke auspacken mit 41,94 % besonders verbreitet.
Auf ein Geschenk nicht zu reagieren, ist unhöflich: 23,51 % finden, dass das gar nicht geht.

Pralinen, Blumen oder Alkohol? Diese Geschenke sind beliebt
Leckere Kleinigkeiten = perfekte Geschenke: Pralinen, Süßigkeiten und Kekse sind beliebte Geschenke für Valentinstag (67,13 %) und Muttertag (53,39 %).
Frischgebackenes kommt auch gut an: Besonders an Geburtstagen (27,29 %) und zum Einzug (23,11 %).
Alkoholhaltige Getränke sind beliebte Geschenke für die Advents- und Weihnachtszeit (35,46 %) und zum Vatertag (61,95 %) .
Qualität, Personalisierung oder Angebote? Darauf achten wir beim Geschenkekauf
Alle legen Wert auf Qualität: Deutschlandweit spielt die Produktqualität bei 70,98 % der Frauen (vs. 67,21 % der Männer) eine große Rolle. Brandenburg erzielte mit 88,89 % den ersten Platz.
Frauen legen mehr Wert auf Personalisierung als Männer: 40,78 % der Frauen gaben an, Wert auf Personalisierung bzw. individuelle Anfertigung zu legen. Bei den Männern war es nur 32,39 % wichtig.
Rheinland-Pfalz und Saarland sind Schnäppchenjäger: Mit 28,57 % legen diese Bundesländer besonders viel Wert auf Angebote und Deals.
Die schönste Zeit des Jahres oder die stressigste? Zu diesen Anlässen verschenken wir in Deutschland Geschenke und so fühlen wir uns dabei.
Geburtstage und Weihnachten sind die beliebtesten Anlässe: Wir schenken besonders gerne etwas zum Geburtstag (83.07 %) und zu Weihnachten (61,95 %). Muttertag ist mit 38,84 % auf Platz 3, dicht gefolgt vom Valentinstag mit 32,87 %.
Weihnachten ist die stressigste Zeit des Jahres: 27,29 % sind in der Vorweihnachtszeit gestresst (30,98 % der Frauen vs. 23,48 % der Männer). Für Weihnachtsgeschenke geben wir 100 bis 200 € aus (21,91 %). Auf Platz 2 liegt der Einkauf für Geburtstagsgeschenke, der 24,7 % von uns stresst.
Männer stresst der Valentinstag mehr: 17,81 % der Männer finden den Geschenkekauf vor Valentinstag stressig (vs. 13,33 % der Frauen).
Männer geben mehr aus: Männer schenken Partner:innen im Schnitt teurere Geschenke als Frauen. 22 % geben 100 bis 200 € für ihre bessere Hälfte aus (vs. 17% der Frauen). Für Freund:innen geben Frauen eher unter 50 € aus (56,08%) als Männer (45,34 %).
In Niedersachen und Bremen ist das Stresslevel gering: Insbesondere beim Kauf eines Muttertagsgeschenks liegt es bei nur 5,71 %.
Muttertag und Vatertagsgeschenke sind beliebt: Frauen kaufen eher ein Geschenk zum Muttertag (41,30 % vs. 36,47 % der Männer) und Männer eher verschenken eher etwas zum Vatertag (22,75 % vs 19,43 %).
Wir suchen gerne nach dem perfekten Geschenk: Deutschlandweit stimmen dem 45,22 % zu. Insbesondere Frauen (52,55 %) suchen gerne nach dem perfekten Geschenk (vs. 37,65 % der Männer). Die Menschen in Brandenburg sind beim Geschenkekauf besonders „aufgeregt” (66,67%) sowie in Schleswig-Holstein und Hamburg besonders „fröhlich” (61,29%).
Männer erwidern Geschenke eher: 18,22 % der Männer schenken, um etwas zurückzuschenken (vs. 16,86 % der Frauen).
Geschenke aussuchen bringt wenige aus der Ruhe: Deutschlandweit fühlen sich 34,66 % beim Geschenkekauf überhaupt nicht gestresst oder unter Druck gesetzt. Nur 17,33 % sind „nervös” und 15,54 % „fühlen sich unter Druck gesetzt”. Besonders entspannt wird in Sachsen-Anhalt geshoppt, wo 43,18 % weder Stress noch Druck verspüren.
Geschenke aussuchen muss man können: 30,68 % sagen, sie sind gut darin.

Top 10 Geschenke-Trends in Deutschland
23 % der Frauen haben so getan, als ob ihnen ein Geschenk gefallen hätte vs. nur 20 % der Männer
83 % verschenken etwas zum Geburtstag
43 % finden, die Geste wichtiger als den Preis
18 % der Männer erwidern Geschenke
47 % verschenken etwas als Dankeschön
Manche schenken aus Pflichtbewusstsein, aber nicht viele: Nur 15% schenken, weil sie das Gefühl haben, dass es erwartet wird
35 % der Befragten schenken hauptsächlich, um ihre Fürsorge zu zeigen.
62 % sind „fröhlich”, wenn sie beschenkt werden
71 % der Frauen (vs. 67 % der Männer) legen Wert auf Produktqualität
Frauen legen mehr Wert auf Personalisierung als Männer: 41 % der Frauen gaben an, Wert auf Personalisierung bzw. individuelle Anfertigung zu legen. Bei den Männern war es nur 32 % wichtig
Diese Erkenntnisse zeigen, dass das Schenken in Deutschland eine überwiegend positive, gefühlsbetonte Praxis ist, bei der es darum geht, Fürsorge und Dankbarkeit auszudrücken. Gelegentlich gibt es Stress bei wichtigen Anlässen, aber im Allgemeinen basiert das Schenken auf intrinsischer Motivation und wird nicht etwa von Pflichtbewusstsein oder gesellschaftlichem Druck bestimmt. Die Daten deuten darauf hin, dass sich die Deutschen Gedanken über ihre Geschenke machen und den Akt des Schenkens als eine Möglichkeit sehen, ihre Beziehungen zu pflegen. Wer auf der Suche nach besonderen Geschenksets ist, findet eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Geschenksets, die genau diese persönliche Note zum Ausdruck bringen.
